Deutschland steht vor einer digitalen Zeitenwende – doch der öffentliche Sektor hinkt hinterher. Während Länder wie Dänemark mit digitalisierten Bürgerdiensten glänzen, kämpfen deutsche Verwaltungen mit veralteten Prozessen und Bürokratie. Doch es gibt Hoffnung: In München formiert sich eine neue Bewegung aus Studierenden, die mit Innovationsgeist und Unternehmertum die Verwaltung von morgen gestalten wollen. Initiativen wie START Munich und Public Makers zeigen, wie junge Talente und der öffentliche Sektor gemeinsam Lösungen entwickeln können, um die digitale Transformation voranzutreiben.
Autor: Hans A. Sanmiguel
Die Digitalisierung der Verwaltung ist entscheidend für Effizienz, Bürgernähe und die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands. Ohne sie droht der Verlust von Vertrauen in staatliche Institutionen und eine Abwanderung von Talenten.
OZG 2.0 als gesetzlicher Rahmen: Das Onlinezugangsgesetz 2.0 setzt neue Maßstäbe für digitale Verwaltungsleistungen.bmi.bund.de+6bild.de+6insights.mgm-tp.com+6
Dänemark als Vorbild: Mit über 90 % digitaler Behördengänge zeigt Dänemark, wie es gehen kann.
Push-Government als Zukunftsmodell: Proaktive Verwaltung statt reaktiver Prozesse.
Zusammenarbeit als Schlüssel: Erfolgreiche Digitalisierung erfordert Kooperation zwischen Studierenden, Verwaltung und Politik.
Impressionen



Die Digitalisierung der Verwaltung in Deutschland schreitet voran, jedoch langsamer als in anderen Ländern. Das Onlinezugangsgesetz (OZG) sollte ursprünglich bis Ende 2022 575 Verwaltungsleistungen digital verfügbar machen.Tatsächlich waren es bis Anfang 2024 nur 33 Leistungen – weniger als 6 % . Das OZG 2.0 soll nun Abhilfe schaffen, indem es einen Rechtsanspruch auf digitale Verwaltungsleistungen ab 2029 einführt und offene Standards sowie die Modernisierung von Registern fördert .
START Munich ist eine studentische Initiative, die seit 2003 Unternehmertum unter Studierenden fördert. Mit über 450 aktiven Mitgliedern und Alumni wie den Gründern von Freeletics und Trade Republic hat START Munich ein starkes Netzwerk aufgebaut . Durch Programme wie den START Sprint werden Studierende ermutigt, eigene Start-ups zu gründen und innovative Lösungen zu entwickeln .
Public Makers ist eine studentische Initiative, die sich auf die Digitalisierung des öffentlichen Sektors konzentriert. Durch Programme wie das START Public Makers Lab arbeiten Studierende gemeinsam mit Behörden an konkreten Herausforderungen und entwickeln innerhalb von acht Wochen funktionierende Prototypen . Beispielsweise wurde in Zusammenarbeit mit der Stadt Landshut eine digitale Lösung entwickelt, um den Posteingang effizienter zu gestalten.
„Die Digitalisierung der Verwaltung ist kein Selbstzweck. Sie ist der Schlüssel zu einer modernen, bürgernahen und effizienten Demokratie.“
Nancy Faeser, BundesinnenministerinDänemark gilt als weltweit führend in der digitalen Verwaltung. Laut dem UN E-Government Survey 2024 belegt Dänemark erneut den ersten Platz unter 193 Ländern . Über 90 % der Bürgerdienste sind dort online verfügbar, von der Steuererklärung bis zur Gesundheitsversorgung. Diese Effizienz steigert nicht nur die Zufriedenheit der Bürger, sondern spart auch erhebliche Kosten.
Das Konzept des Push-Governments zielt darauf ab, Verwaltungsdienstleistungen proaktiv anzubieten, ohne dass Bürger aktiv Anträge stellen müssen. Stattdessen werden relevante Informationen und Dienstleistungen automatisch bereitgestellt, basierend auf vorhandenen Daten. Dies erfordert jedoch eine umfassende Digitalisierung und Interoperabilität der Verwaltungssysteme.
3 Keyfacts mit Quellenangabe
6 %
Bis Anfang 2024 waren nur 33 von 575 Verwaltungsleistungen digital verfügbar .
90 %
In Dänemark werden über 90 % der Bürgerdienste online abgewickelt
2029
Ab diesem Jahr besteht ein Rechtsanspruch auf digitale Verwaltungsleistungen in Deutschland
Praxisnahe Erfahrung
Studierende arbeiten an realen Herausforderungen und sammeln wertvolle Praxiserfahrung.
Innovationsförderung
Behörden profitieren von frischen Ideen und innovativen Ansätzen.
Netzwerkbildung
Teilnehmer knüpfen Kontakte zu Experten aus Verwaltung und Wirtschaft.
Effizienzsteigerung
Durch digitale Lösungen werden Verwaltungsprozesse optimiert und Ressourcen eingespart.
Die Digitalisierung der Verwaltung ist eine zentrale Herausforderung für Deutschland. Initiativen wie START Munich und Public Makers zeigen, wie durch die Zusammenarbeit von Studierenden und Behörden innovative Lösungen entstehen können. Mit dem OZG 2.0 und dem Konzept des Push-Governments gibt es einen klaren Fahrplan für die Zukunft. Jetzt gilt es, diesen Weg konsequent zu gehen und die Verwaltung fit für das digitale Zeitalter zu machen.
Das OZG 2.0 ist die Weiterentwicklung des Onlinezugangsgesetzes, das die Digitalisierung von Verwaltungsleistungen in Deutschland vorantreiben soll. Es beinhaltet unter anderem einen Rechtsanspruch auf digitale Verwaltungsleistungen ab 2029 und fördert offene Standards sowie die Modernisierung von Registern .
Interessierte Studierende können sich direkt über die Websites von START Munich oder Public Makers bewerben. Dort finden sich Informationen zu aktuellen Projekten, Bewerbungsfristen und Teilnahmebedingungen.
Push-Government bezeichnet ein Verwaltungskonzept, bei dem Dienstleistungen proaktiv angeboten werden, ohne dass Bürger aktiv Anträge stellen müssen. Dies erfordert eine umfassende Digitalisierung und Interoperabilität der Verwaltungssysteme.
Dänemark belegt im UN E-Government Survey 2024 den ersten Platz unter 193 Ländern. Über 90 % der Bürgerdienste sind dort online verfügbar, was zu einer hohen Effizienz und Bürgerzufriedenheit führt .
Studentische Initiativen wie START Munich und Public Makers bringen frische Ideen und Innovationsgeist in die Verwaltung. Durch die Zusammenarbeit mit Behörden entstehen praxisnahe Lösungen, die direkt implementiert werden können.
Behörden erhalten durch die Zusammenarbeit mit Studierenden Zugang zu innovativen Lösungen und frischen Perspektiven. Zudem können sie Prozesse effizienter gestalten und Ressourcen einsparen.
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